große Sorgen um den Tierschutz in NRW

Die Aktiven des Tierschutzvereins Herford e. V. und des Tierheims Bünde-Ahle machen sich große Sorgen um den Tierschutz in NRW. Anfang März versuchte der jetzige Ministerpräsident, Armin Laschet (CDU), den Tierschutzorganisationen das Verbandsklagerecht zu entziehen, scheiterte aber an der Mehrheit von SPD, Grünen und Piraten. Die Tierschützer befürchten aber in absehbarer Zeit einen erneuten Versuch aufgrund der geänderten Mehrheitsverhältnisse im Landtag. Noch größere Besorgnis lösten mehrere irritierende Presseartikel über Armin Laschet in Zusammenhang mit dem im Jahr 2015 novellierten Landesjagdgesetz NRW aus. Die Tierschützer haben nun Kontakt zu mehreren Politikern der CDU und FDP aufgenommen, um in persönlichen Gesprächen ihre Standpunkte zu diesen Gesetzen zu erläutern und zu begründen.

Am 23.06.2017 folgte Stephen Paul, Landtagsabgeordneter der FDP, einer Einladung der Tierschützer und kam zu einem Besuch in das Tierheim Bünde-Ahle. Neben allgemeinen Informationen über die Arbeit des Tierschutzvereins Herford e. V. und des Bünder Tierheims wurde auch über die besorgniserregenden Themen ausführlich gesprochen. Stephen Paul versicherte, dass sich die Abgeordneten der FDP sehr ausführlich über das Verbandsklagerecht und das Landesjagdgesetzt NRW informieren würden, bevor von ihnen Entscheidungen getroffen werden.

Aus den Bereichen Jagdwesen und Jagdrecht werden von Tierfreunden ständig eine Vielzahl von Fragen an den Tierschutzverein Herford e. V. gerichtet. Hauptansprechpartnerin hierfür ist Renate Siekkötter. Die Vorsitzende des TSV Herford e. V. beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten intensiv mit dem Jagdwesen und dem Jagdrecht. Seit Mai 2016 gehört sie als Vertreterin des Tierschutzes dem Jagdbeirat des Kreises Herford an. Die Novellierung des Landesjagdgesetzes NRW  durch die Vorgänger-Regierung bezieht sich fast ausschließlich auf Tierschutz relevante Regelungen. Nach dem neuen Landesjagd-Recht ist zum Beispiel das Töten von Katzen verboten. Nach altem Recht konnten die Jagdausübungsberechtigten jede Katze legal töten, die sie in einem Abstand von 200 Meter vom letzten Haus antrafen.  Obwohl die Jäger nun seit Mai 2015 keine Katzen mehr töten dürfen, ist die Katzenpopulation im Kreis Herford rückläufig, da hier seit Juli 2011 die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen eingeführt wurde. Außerdem wurden von der Arbeitsgemeinschaft Tierschutz für den Kreis Herford seit 2008 jährlich mehrere hundert Wildlinge kastriert. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass eine effektive Bestands-Regulierung einer Tierpopulation nicht durch Töten, sondern durch Kastration erreicht werden kann. Bei der sogen. Fang-Jagd sind keine tierquälerischen Totschlagfallen mehr zulässig, sondern nur noch Lebendfallen. Hierdurch wird sichergestellt, dass Fehlfänge unversehrt freigelassen werden können. In einer Totschlagfalle wären sie unwiederbringlich tot. Auch bei der Baujagd auf Fuchs und Dachs wurde das alte Recht aus Gründen des Tierschutzes reformiert. Gegen diese und alle anderen Neuerungen laufen die Jäger Sturm und wollen mit der neuen Landesregierung eine Kehrtwende der Novellierung erreichen. Nach Aussage der Jägerschaft hat der Tierschutz einen hohen Stellenwert für sie. Aus diesem Grund ist ihr Widerstand gegen die Neuerungen im Landesjagdrecht für Tierschützer nicht nachvollziehbar.

Im Tierheim Bünde-Ahle hat die „Hochsaison“ begonnen.  Inzwischen haben die Tierschützer mehrere Würfe Katzenbabys in Obhut genommen, die nun liebevoll aufgezogen werden, wie z. B. Boa, Bruna, Baghira und Betsy. Sobald die Kleinen belastbaren Impfschutz haben, werden gute Zuhause für sie gesucht. Katzenfreunde werden gebeten, für die Kitten Impf-Patenschaften zu übernehmen.

Mischlingshündin Emma kam kürzlich als Fundtier zu uns. Es meldete sich niemand, der die freundliche Hündin vermisste. Da Emma Roll-Lider (med.: Entropium) hat, muss sie an beiden Augen operiert werden. Es werden Hunde-Freunde gesucht, die eine OP-Patenschaft übernehmen können.

Kater Manni verlor sein schönes Zuhause, da nach einem Umzug die neuen Nachbarn sich von dem Freigänger  belästigt fühlten und seine Menschen Angst hatten, dass man der Samtpfote etwas antut. Manni ist im Juni 2015 geboren und möchte sich die Außenwelt nicht nur durch ein Gitter anschauen. Er sucht ein Zuhause in einer katzenfreundlichen Gegend, wo er ohne große Risiken Spaziergänge unternehmen kann.
Außer Manni warten noch viele Katzen und Kater für Wohnungshaltung und Freigang auf Menschen zum Liebhaben!

Auch im Hochsaison-Monat Juli sind die Tierschützer dringend auf Unterstützung von Tierfreunden angewiesen und bitten um  finanzielle Hilfe.
Hierfür steht folgendes Spenden-Konto bei der Sparkasse Herford zur Verfügung.
IBAN DE45 4945 0120 0000 0414 00, BIC: WLAHDE44. Spender werden gebeten, immer ihre Anschrift im Feld „Verwendungszweck“ zu vermerken, damit eine entsprechende Spendenbescheinigung zugesandt werden kann. Weitere Infos sind auf der Homepage des Vereins www.tierschutzverein-herford.de erhältlich.

Tierschutzverein Herford e. V.
Renate Siekkötter

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