Stadttauben

Als örtlicher Tierschutzverein werden wir nahezu täglich mit Problemen rund um das Thema „Stadttauben“ konfrontiert.

Wir künmern uns seit vielen Jahrzehnten im Bereich der Stadt Bünde und in unseren anderen Vertragskommunen um kranke, verletzte und geschwächte Tauben. In Bünde hat es aber wieder einmal  ein Tierquäler auf Tauben abgesehen. Am 27.01.2018 wurde in der Kneippstraße eine verletzte Taube gefunden, die Verletzungen durch Kleinkaliberprojektile aufwies. Am 01.02.2018 wurde eine verletzte Taube im Bereich Kneippstraße / Guerickestraße entdeckt, die ebenfalls Schußverletzungen durch Kleinkaliberprojektile aufwies.  Am 15.02.2018 wurde in der Kneippstraße eine flugunfähige Taube in einem Carport entdeckt, die schwerste Prellungen an den Flügeln hatte.  Alle drei Tiere wurde von uns geborgen und der tierärztlichen Behandlung zugeführt.  Sie befinden sich nun in unserer Tauben-Pflegestelle bei Familie Bültermann und werden dort gesund gepflegt.

Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet und bitten um Hinweise entweder direkt an die Polizei in Bünde oder an uns per Telefon oder E-Mail.

Bezüglich möglicher Lösungen des Stadttauben-Problems führen wir Gespräche sowohl mit der Stadt Bünde als auch mit dem Kreisveterinäramt Herford. Leider können wir uns an der Errichtung und Betreuung eines Städtischen Taubenschlages nicht beteiligen, da unsere finanziellen und personellen Kapazitätsgrenzen durch den Betrieb des Bünder Tierheimes vollendens ausgeschöpft sind. So müssen wir noch viele Jahre die Hypotheken-Darlehen zurückzahlen, die wir für den Bau unseres Tierheimes aufnehmen musten und gleichzeitig bedarf unser Tierheim nach 20 Jahren Betrieb einer „Rundumerneuerung“. Wir werden aber weiterhin kranke und verletzte Stadttauben bergen, medizinisch versorgen und gesund pflegen.

Wir würden es sehr begrüßen, wenn die an der Lösung des Stadttauben-Problems Interessierten einen eigenen Verein, eine Interessengemeinschaft oder eine Arbeitsgemeinschaft gründen würden. In das Stadttauben-Projekt sollte man auf jeden Fall auch Taubenzüchter und Taubenhalter mit einbeziehen, da diese dafür sorgen, dass das Stadttauben-Problem nicht kleiner wird. Verirrte Brieftauben und aus Volieren entflogene andere Rassetauben sowie die sogen. Hochzeits-Tauben sind in erhöhtem Maße in der Stadt zu sehen.

Ganz kurzfristig muss eine Lösung für die Stadttauben gefunden werden, die im und am Cordes-Gebäude ihre Nistplätze haben. Es besteht die Gefahr, dass flugunfähige Jungtauben bei den Abrissarbeiten verletzt oder getötet werden. Dies könnte man dadurch verhindern, dass schnellstmöglich mit dem Austausch der Eier gegen Attrappen begonnen wird, so dass bei Beginn der Abbrucharbeiten keine flugunfähigen Jungtauben mehr vorhanden sind. Hierfür haben wir der Stadt Bünde unsere Hilfe angeboten und hoffen, dass als erster Schritt ein zeitnaher Lokaltermin stattfindet, um das weitere Prozedere abzusprechen.

Alle Probleme im Zusammenhang mit Stadttauben sind menschengemacht. Die Tiere dafür büßen zu lassen, ist ungerecht und mit dem geltenden Tierschutzgesetz nicht zu vereinbaren. Stadttauben sind nicht weniger schützenswert, als andere Tiere.

Tierschutzverein Herford e.V.
Renate Siekkötter

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