PM zum Welttierschutztag am 04.10.2020

Am kommenden Sonntag, den 04. Oktober 2020 ist Welttierschutztag. Diesen Thementag wollen wir zum Anlass nehmen, an das millionenfache Leid der Tiere zu erinnern. Die sogenannten „Nutztiere“ werden zum größten Teil von der Geburt bis zum Tod schlimmsten Quälereien durch den Menschen ausgesetzt. Die Anzahl der konventionellen landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Herford, die man noch als „bäuerlich“ einstufen kann und die nicht Teil der Agrarindustrie sind, kann man an seinen 10 Fingern abzählen. Ein hoher Anteil von Fleisch und anderen tierischen Produkten werden nicht für die Ernährung der Menschen in Deutschland produziert, sondern werden exportiert, z. B. nach China.

Kann es richtig sein, dass durch riesige Güllemengen unser Trinkwasser mit Schadstoffen wie z. B. Nitrat belastet wird und durch den massigen Einsatz von Pestiziden unsere Natur und Umwelt zerstört wird, damit die Agrar- und Fleischindustrie durch den Export satte Gewinne einfahren kann?

Jetzt hat auch bei uns das Gemetzel an den Wildschweinen begonnen, um die tierquälerischen Massentierhaltungen der Schweinezüchter und Schweinemäster und die Fleischindustrie vor Verlusten durch die Afrikanische Schweinepest zu schützen. Der Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft – weg von der Agrarindustrie und hin zu einer ökologischen und tiergerechten Landwirtschaft – muss schnellsten erfolgen. Wenn nicht jetzt? Wann dann?

Auch der Deutsche Ethikrat fordert ein Ende der Massentierhaltung. In der Stellungnahme des Gremiums heisst es wörtlich: „Allen Nutztieren ist während ihres ganzen Lebens ein möglichst gutes Gedeihen und Befinden zu ermöglichen, dass ihren artspezifischen Verhaltensformen und Erlebnismöglichkeiten entspricht“. Diese Kriterien werden in der Massentierhaltung nirgendwo auch nur annähernd erfüllt. Als indirekten Beitrag zum Tierwohl begrüßt der Ethikrat die Förderung von Fleischalternativen. Eine vegane Ernährung hilft nicht nur den Tieren, sondern auch der Natur, der Umwelt und dem Klima. Einer Studie der University of Oxford zufolge kann man allein mit dem Umstieg auf vegane Ernährung seinen CO2-Fußabdruck um bis zum 73 Prozent reduzieren.

Wie bei allen Tierschutzorganisationen und Tierheimen ist das Jahr 2020 aufgrund der Corona-Krise ein besonders schweres Jahr. Viele Einnahmen brechen weg. So kann auch der für den 04. Oktober 2020 zweite geplante Tag der offenen Tür im Bünder Tierheim nicht stattfinden. Glücklicherweise gibt es keine Einbrüche bei der Tiervermittlung, obwohl diese erhebliche organisatorische Maßnahmen erfordern. Bis zum 01.09.2020 konnten 120 Katzen, Kleintiere und Hunde in gute neue Zuhause vermittelt werden. Seit August ist allerdings die Anzahl der ausgesetzten Tiere drastisch angestiegen. Nachfolgend einige Beispiele:

Seit 2018 werden immer wieder Katzenbabies in einem Gebüsch am Oberahlerweg in Bünde wie Müll entsorgt. Fast immer sind die Kleinen übersät mit Fliegeneiern und Maden und die Rettung erfolgt quasi in letzter Minute, bevor sie von den Maden bei lebendigem Leibe aufgefressen werden. Am 14.08.2020 kamen zwei Babies in unsere Obhut und am 04.09.2020 fünf Kitten. Die Katzenwelpen Emely (bunt m weiß), Elliot (rot mit weiß), Gero, Gino, Garfield, Gitte und Gesa werden in Pflegestellen des Vereins sachkundig und liebevoll aufgezogen. Am 06.09.2020 fand eine Gassigeherin des Tierheims eine ältere Schnauzermischlings-Hündin, die angebunden war. „Paula“ hat ein katastrophales Gebiß und mehrere Gesäugetumore. Am 23.09.2020 kamen 7 Katzenwelpen ins Bünder Tierheim, die am Rande eines Maisfeldes gefunden wurden. Am 25.09.2020 entdeckte die Mieterin eines Herforder Hochhauses morgens im Kellereingang einen Transportkorb, in dem sich 2 erwachsene Katzen befanden. Als der Korb mittags immer noch da stand, brachte die Tierfreundin diesen samt Inhalt ins Bünder Tierheim. Die beiden Katzen müssen schon länger dort eingepfercht gewesen sein und saßen in ihrem eigenen Kot und Urin. Dass diese Tiere völlig traumatisiert sind, ist nicht verwunderlich. Am 27.09.2020 entdeckten Spaziergänger in einem Gebüsch am Oberahler Weg 4 flugunfähige Tauben der Rasse „Usbekischer Tümmler“. Zu Fuss werden die Tiere dort nicht hinmarschiert sein!

All diese armen Geschöpfe werden sachkundig und liebevoll betreut und verursachen immense Kosten für Futter, Streu und tiermedizinische Versorgung. Wer hilft?

Da dem Tierschutzverein Herford e.V. und dem Tierheim Bünde bedingt durch die anhaltende Corona-Situation weiterhin etliche Einnahmen wegbrechen, bitten wir um Spenden-Überweisungen auf unser Konto bei der Sparkasse Herford IBAN DE45 4945 0120 0000 0414 00.

Für unsere vierbeinigen Sorgenkinder und viele kleine Katzenbabys werden weiterhin Paten gesucht.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern herzlich und hoffen, dass alle gesund bleiben!

Tierschutzverein Herford e.V.

Renate Siekötter

 

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