PM November

Durch die Corona-Krise sind die Menschen aufgerufen, möglichst frühzeitig ihre Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Die Tierschützer möchten darauf hinweisen, dass die Verbraucher beim Einkauf neuer Winterkleidung genau prüfen sollten, wie und wo diese hergestellt worden ist und ob sie Bestandteile enthält, die mit Tierquälerei in Verbindung stehen.

Ein großes Problem stellen Pelzbesätze an Jacken, Mänteln, Stiefeln, Schuhen und Mützen dar, die häufig falsch deklariert sind. Hinter vielen als Kunstpelz bezeichneten Artikeln verbirgt sich Echtpelz. Grund hierfür ist, dass Echtpelz sich oft billiger produzieren lässt, als ein hochwertiges Kunstfell. Das gilt in erster Linie für Produkte aus China, wo insbesondere Marderhunde unter schlimmsten Bedingungen für die Mode leben und sterben müssen.

Will man ein Kleidungsstück mit Pelzbesatz erwerben, sollte man das Fell extrem scheiteln. Bei Kunstpelz stößt man dann auf Stoff, bei Echtpelz auf Lederhaut. Inzwischen werden aber auch Tierhaare in die Kunsthaare „eingearbeitet“, so dass es in vielen Fällen gar nicht möglich ist, einen „echten“ Kunstpelz zu kaufen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann dieses nur, wenn er komplett auf Textilien mit Fellbesatz verzichtet.

Für jeden echten Tierfreund sollte Echtpelz ein absolutes Tabu sein!

Vielen Verbrauchern ist ebenfalls nicht bewusst, dass sie beim Kauf von Wollpullis, -mützen und ähnlichen Artikeln, die Angorawolle enthalten, grausame Tierquälerei unterstützen. Etwa 95% der weltweit produzierten Wolle stammt aus China. Die bedauernswerten Kaninchen werden einzeln, in winzigen Käfigen ohne Einstreu gehalten, damit die Haare nicht verfilzen. Auch die Gewinnung von Kaschmir ist mit massiven Grausamkeiten gegenüber den Tieren verbunden. Hier ist China inzwischen ebenfalls der Hauptproduzent. Kaschmir stammt aus der feinen Unterwolle der Kaschmirziegen, die zur Schur gefesselt und auf den Boden geworfen werden. Dann wird die Unterwolle mit Drahtbürsten aus dem Fell der schreienden Tiere gerissen.

Vorsicht ist ebenso bei Daunenjacken und -westen geboten, da die Federn häufig aus brutalem „Lebendrupf“ stammen. Helfen kann man den Tieren nur durch Verzicht auf diese Artikel und die damit verbundene ausbleibende Nachfrage.

Alternativen, die nicht mit Tierleid verbunden sind, gibt es inzwischen mehr als genug.

Neues aus dem Tierheim:

Fabio

Der inzwischen 6 Monate junge Kater wurde am 21.08.2020 angefahren und erlitt Frakturen an beiden Oberschenkeln. Er wurde in der Tierklinik Bielefeld operiert und seine Genesung macht allerbeste Fortschritte. Er hat gute Chancen, wieder ganz gesund zu werden. Er muss noch einige Zeit in der Krankenbox verbringen, aber der liebenswerte Fabio ist ein sehr geduldiger Patient. Die erste Tierarztrechnung beträgt weit über 1.000,-- Euro, die zweite ebenfalls.

Wir freuen uns auf spendenfreudige Tierfreunde!

Noel und Vico

Noel kam vor einigen Wochen nach einem Autounfall als hoffnungsloser Fall in unsere Obhut. Auch er wurde in die Tierklinik Bielefeld verbracht, wo man bei den Untersuchungen feststellte, dass sein gesamtes Hinterteil gelähmt ist. Wir ließen ein MRT von seiner Wirbelsäule anfertigen, um die genaue Stelle und die Art seiner Verletzung zu erfahren. Ihm wurden Medikamente verordnet, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Zusätzlich erhielt er mehrere Akupunkturbehandlungen von einer Tierärztin, die auf alternative Heilmethoden spezialisiert ist. In den ersten 3 Wochen im Tierheim konnte er nicht eigenständig Urin absetzen und die Tierpflegerinnen mussten ihm mehrmals am Tag die Blase ausdrücken. Dann besserte sich sein Gesundheitszustand von Tag zu Tag. Inzwischen kann Noel wieder laufen und sogar springen und seine Ausscheidung wieder vollständig selbst kontrollieren. Als seine Genesung gute Fortschritte gemacht hatte, haben wir ihn mit Kater Vico vergesellschaftet. Die beiden sind inzwischen beste Freunde und suchen ein gemeinsames Zuhause als Wohnungskatzen.

Nelson

Nelson wurde von einer Familie als Welpe über Ebay-Kleinanzeigen angeschafft, die aber keine Hundeerfahrung hatte und auch nicht wusste, was für ein Tier sie sich mit einem Rhodesian Ridgeback- Malinois Mischling ins Haus holten. Ein Hund seiner Güteklasse braucht von Anfang an eine klare Führung und körperliche und geistige Auslastung. Da diese Haltungsbedingungen fehlten, kam es zu einer Fehlentwicklung des bildschönen Hundes. Seine Familie sah ein, dass sie dem Rüden nicht gerecht werden konnten und wollten ihn abgeben, aber niemand wollte den schwierigen Hund haben. Schließlich waren wir seine letzte Rettung. Mit Unterstützung einer Hundetrainerin, die ins Bünder Tierheim kommt, lernt Nelson jetzt Impulskontrolle und Erhöhung seiner Frustrationstoleranz. Nelson hat sehr gute Fortschritte gemacht, so dass wir jetzt ein neues Zuhause für ihn suchen. Seine neuen Menschen müssen souveräne Rudelführer sein, sehr viel Hundeerfahrung und ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein mitbringen. Außerdem sollten sie über ein Haus mit einem sicher eingezäunten Garten verfügen und genügend Zeit haben, Nelson körperlich und geistig auszulasten. Er ist nicht als Familienhund geeignet.

Brown Sugar:

Die Kaninchendame kam kurz vor Beginn der Sommerferien als Abgabetier zu uns. Als Grund für die Abgabe wurde angegeben, dass die Kinder das Interesse an dem Tier verloren hätten. Eine genaue Altersangabe konnte die Halterin nicht machen. Aber wir schätzen, dass sie im besten Kaninchenalter ist. Brown Sugar sucht ein Zuhause z. B. bei einem netten kastrierten Kaninchenbock, da die Einzelhaltung der Mümmelmänner in keinster Weise artgerecht ist.

Da dem Tierschutzverein Herford e.V. und dem Tierheim Bünde bedingt durch die anhaltende Corona-Situation weiterhin etliche Einnahmen wegbrechen, bitten wir um Spenden-Überweisungen auf unser Konto bei der Sparkasse Herford

IBAN DE45 4945 0120 0000 0414 00.

Für unsere vierbeinigen Sorgenkinder und viele kleine Katzenbabys werden weiterhin Paten gesucht.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern herzlich und hoffen, dass alle gesund bleiben!

Tierschutzverein Herford e.V.

Renate Siekötter

 

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