Pressemitteilung Dezember 2020

Das Schwein - die ärmste Sau !

Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest melden die Medien immer neue Hiobsbotschaften zum Thema Bejagung von Wildschweinen. Nun soll sogar die Nachtjagd auf Schwarzwild unter Zuhilfenahme von Nachtzielgeräten und künstlichen Lichtquellen möglich sein. Schon bei der Schwarzwildjagd am Tage werden viele Tiere angeschossen, bei den entsprechenden Nachsuchen werden Jagdhunde häufig von den verwundeten Wildschweinen schwer oder sogar tödlich verletzt. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was bei der Nachtjagd abläuft! Anstatt, dass die Politiker/innen nach ethisch vertretbaren Möglichkeiten suchen, die Wildschweinbestände zu reduzieren, geben sie grünes Licht für ein wahres Gemetzel. Wie die Feldstudie der Autonomen Universität Barcelonas bewiesen hat, gibt es einen wirksamen Verhütungsimpfstoff zur ethischen Kontrolle von Wildschweinbeständen. Ebenso gibt es eine französische Langzeitstudie, die zu dem Ergebnis geführt hat, dass eine starke Bejagung zu einer deutlich höheren Fortpflanzung bei Wildschweinen führt, da hierdurch die Fruchtbarkeit stimuliert wird. Das Massaker an den Wildschweinen soll dazu dienen, die in tierquälerischer Massentierhaltung gehaltenen Mastschweine vor der Ansteckung mit der Afrikanischen Schweinepest zu schützen.

Wir Tierschützer fragen uns, warum man diese Situation nicht zum Anlass nimmt, den längst überfälligen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft einzuleiten. So könnte man die Schweinebestände um mindestens 50 % reduzieren und den verbleibenden Tieren mit entsprechender staatlicher Förderung deutlich bessere Haltungsbedingungen verschaffen, zum Beispiel im Rahmen des Nürtinger-Schweinehaltungsmodel.

Die in der Massentierhaltung gehaltenen Schweine haben von der Geburt bis zum Tod die Hölle auf Erden! Die Muttersauen verbringen den größten Teil ihres Lebens in Kastenständen, in denen sie sich quasi nicht bewegen können. Die schwächeren Ferkel sterben schon in den ersten Lebenstagen oder werden grausam getötet. Die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel ist immer noch erlaubt. Fortsetzung der Qualen passieren während der Mast auf engstem Raum, beim Transport zum Schlachthof und bei der Schlachtung.

Schweine haben mindestens die gleichen kognitiven Fähigkeiten wie Hunde. Würde man Hunde behandeln, wie es mit millionen Schweinen tagtäglich geschieht, würden millionen Menschen auf die Barikaden gehen. Warum tolerieren diese Menschen die unsagbaren Quälereien bei den Schweinen? Jeder, der das Fleisch dieser gequälten Kreaturen verarbeitet, verkauft und isst, macht sich mitschuldig am Leid der armen Schweine.

Wir rufen alle Verbraucher auf, Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte aus der Massentierhaltung zu boykottieren. Wenn Schweinefleisch oder -wurst auf den Tisch kommen sollen, dann sollten die Produkte aus Biobetrieben stammen. Das ist nachweislich das erheblich kleinere Übel. Noch besser sind vegetarische oder vegane Alternativen, die es inzwischen in großer Auswahl in jedem Supermarkt gibt.

Die Waschbärpopulation in Deutschland wächst und wächst – trotz scharfer Bejagung. Kein Wunder, denn Waschbären gehören zu den Tierarten, die bei massiver Bejagung ihre Reproduktionsraten überproportional steigern können und das tun sie ganz offensichtlich, wie die Zahlen seit Jahren belegen. Auch jahrzehntelange Erfahrung aus dem Bundesland Hessen zeigen, dass sich die Waschbär-Population selbst durch schärfste Bejagung nicht reduzieren lässt. Die intensive Bejagung ist also kontraproduktiv und die Jäger haben im Jagdjahr 2019/2020 zweihundertzweitausend Waschbären sinnlos getötet. Eine Altervative zur sinnlosen Tötung wäre die Kastration der kleinen Bären und anschließende Rückführung in ihre Reviere. Dann wären diese Waschbär-Reviere besetzt und die Reproduktionsspirale würde sich dort verlangsamen. Der Tierschutzverein Herford e. V. musste sein geplantes Waschbär-Projekt „kastrieren statt töten“ aufgrund der Corona-Krise zunächst auf Eis legen, hofft aber auf eine Wiederaufnahme im Jahr 2021.

Neues aus dem Tierheim:

Im Bünder Tierheim leben seit 2019 zwei Waschbären. Lukas und Klara kamen als Waisenkinder in die Obhut der Tierschützer und wurden in einer Pflegestelle aufgezogen. Die beiden Bärchis sollen Botschafter für das geplante Waschbär-Projekt werden. Für Lukas und Klara werden Paten gesucht, die bei der Finanzierung von Futter und Tierarztkosten helfen.

(Foto Lukas und Klara).

 

Mira

Ein Sorgenkind besonderer Art ist Katzendame Mira. Aber am besten lassen wir sie selbst erzählen:

Ich heiße Mira, bin im Jahr 2011 geboren und wurde an eine Katzenfreundin als Wohnungskatze vermittelt, mit der ich viele Jahre glücklich zusammen lebte. Nach dem dritten Umzug – nun in eine Erdgeschoßwohnung – begann meine Pechsträhne. Freigängerkatzen aus der Nachbarschaft turnten vor „meinen Fenstern“ herum und provozierten mich. Dann hörte mein Frauchen auf den Rat eines Unwissenden und ließ mich nach draußen. Dort kam es dann zu einem heftigen Kampf mit einem Nachbarkater. Frauchen griff in das Kampfgetümmel ein und ich gewann den Eindruck, dass sie meinen Gegner unterstützte. Von da an konnte ich meinem Frauchen, die in meinen Augen eine Verräterin war, nicht mehr auf's Fell schauen. Frauchen versuchte alles Mögliche, um mich umzustimmen, aber ich konnte ihr nicht verzeihen. Letztendlich gab sie mich im November 2018 an das Bünder Tierheim zurück. Dort bezog ich ein Einzelzimmer und freundete mich schnell mit allen Tierpfleger/innen an. Mit diesen lieben Menschen hatte ich noch nie ein Problem, da sie mich verstehen und mich so nehmen wie ich bin. Inzwischen wurde ich dreimal vermittelt, aber immer wieder nach wenigen Tagen in das Tierheim zurückgebracht, da keiner meiner neuen Menschen die Ratschläge der Tierpfleger/innen für meine Eingewöhnungsphase befolgte und mich schon nach kürzester Zeit bedrängten. Hierdurch fühlte ich mich in einer „Notwehrsituation“. Dabei sind meine Ansprüche gar nicht so hoch. Ich bin eine ruhige, menschenbezogene Katzendame und suche ein Zuhause in einem friedlichen 1-2 Personenhaushalt in einer Etagenwohnung (nicht im Erdgeschoß). Ich benötige ein eigenes „Katzenzimmer“, in dem ich allein sein und Stress abbauen kann, wenn mir etwas zuviel wird. Das ist besonders wichtig während der Eingewöhnungsphase. Meine neuen Menschen müssen Katzenverstand haben, die Körpersprache von Katzen verstehen und dürfen keine „Weicheier“ sein und sich von mir einschüchtern lassen, wenn ich mal zickig werde. Wo sind die richtigen Menschen, die mir endlich ein lebenslanges Zuhause geben?????

 

Seppel, Lumpi und Strumpfi

Die drei Kaninchenböcke wurden offensichtlich Mitte November in Bünde ausgesetzt. Der Zwergwidder Seppel ist ein älteres Semester, Lumpi und Strumpfi sind 2019 oder 2020 geboren. Inzwischen sind alle drei Jungs kastriert und müssen nun noch durch das Impfprogramm. Seppel hat schon Aussicht auf eine neues Zuhause, Strumpfi und Lumpi sind noch auf der Suche nach einer artgerechten Bleibe bei Kaninchenfreunden. Sie können aber erst umziehen, wenn sie den entsprechenden Impfschutz haben.

 

Frodo

Der Zwergpinscher Frodo ist die Miniaturausgabe eines Dobermanns. Fremden gegenüber ist er mißtrauisch, seinen Menschen ist er treu ergeben. Er hat einen ausgeprägten Wach- und Schutztrieb und würde, falls es die Situation erfordert, auch von seinen Zähnen Gebrauch machen. Frodo ist ein sehr agiler Hund, der gut klettern und springen kann. An seiner Erziehung muss noch liebevoll, aber mit Konsequenz gearbeitet werden. Wir suchen Menschen, die ausreichend Zeit für ihn haben und ihn trotz seiner geringen Größe einen ganz normalen Hund sein lassen. Als „Handtaschenhund“ oder „Couchpotato“ ist Frodo definitiv nicht geeignet.

Wer will Frodo kennenlernen?

 

Da dem Tierschutzverein Herford e.V. und dem Tierheim Bünde bedingt durch die anhaltende Corona-Situation weiterhin etliche Einnahmen wegbrechen, bitten wir um Spenden-Überweisungen auf unser Konto bei der Sparkasse Herford

IBAN DE45 4945 0120 0000 0414 00.

Für unsere vierbeinigen Sorgenkinder und Katzenteens werden weiterhin Paten gesucht.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern herzlich und hoffen, dass alle eine schöne Adventszeit haben werden und gesund bleiben!

Tierschutzverein Herford e.V.

Renate Siekötter

 

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