Pressemitteilung Januar

 

Silvester und die Tage davor und danach waren für Haus- und Wildtiere wieder einmal die Hölle. Allein 1100 Hunde und Katzen sind in der Silvesternacht deutschlandweit in Panik entlaufen. Das Max-Planck-Institut stellte in einer mehrjährigen Studie fest, dass zum Beispiel Wildgänse wegen des Feuerwerks panikartig von ihren Schlafgewässern flüchten und teilweise bis zu 500 Kilometer weit fliegen. Sie brauchen mehrere Tage um diesen Stress abzubauen.

Auch bei uns im Kreis Herford gab es etliche Verlustmeldungen von Katzen und Hunden. Manche Vierbeiner brauchten rund eine Woche, um sich von der Knallerei zu erholen.

Des Weiteren gab es etliche Meldungen, dass Vögel panikartig durch die Gärten flatterten und sogar tote Tiere gefunden wurden, die vermutlich gegen Hindernisse geflogen waren.

Hundebesitzer teilten nach Silvester mit, dass sie an den entlegensten Stellen in Wald und Flur Überreste von Böllern gefunden hatten, wodurch sicherlich viele Wildtiere erschreckt worden sind. Nach zwei Jahren corinabedingtem Böllerverbot wäre es einfach gewesen, dieses als dauerhafte Regelung durchzusetzen, aber die Politiker haben die gute Gelegenheit verpasst.

Waren sie zu feige? Zu gleichgültig? Zu desinteressiert, um etwas Wirkungsvolles für den Tier-, Natur- und Umweltschutz zu tun? Einen erneuten Ampelstreit mit der FDP war es der SPD und den Grünen ganz offensichtlich nicht wert. Aktuelle Umfragen haben aber ergeben, dass 60% der Deutschen für ein bundesweites Böllerverbot sind, nur 33% sind dagegen. Durch ein Böllerverbot für Privatpersonen könnte viel Leid und Unheil vermieden werden. Es hätte nur Vorteile:

  • Erheblich weniger verängstigte Haus- und Wildtiere

  • Weniger durch Böller verletzte Menschen

  • Weniger gestresste und verletzte Polizisten, Ordnungs- und Rettungskräfte

  • Weniger durch Raketen verursachte Brandschäden

  • Weniger Müll und weniger andere Umweltbelastungen

Um den „traditionsbewußten Knalltüten und Knallköppen“ entgegenzukommen, könnte in jeder Kommune ein professionelles, zentrales Feuerwerk durchgeführt werden. Dieses Event könnte Silvester zwischen null und ein Uhr, z. B. auf den jeweiligen Rathausplätzen – also in innerörtlichen Bereichen – stattfinden.

Der Tierschutzverein Herford e.V. fordert dieses bundesweite Böllerverbot mit sofortiger Wirkung und bittet Politiker aller Ebenen um entsprechende Unterstützung.

 

Neues aus dem Tierheim:

Auch wir sind von den Krankheitswellen 2022/2023 nicht verschont geblieben, weder bei den hauptamtlichen Mitarbeitern noch bei den ehrenamtlichen. Hierdurch haben wir in vielen Bereichen enorme Rückstände, die wir nun aufarbeiten müssen. Unser Tierheim in Bünde hat vor 25 Jahren, also am 01.01.1998, den Betrieb aufgenommen. Tausende von Tieren haben in den vergangen zweieinhalb Jahrzehnten bei uns eine vorübergehende Bleibe gefunden. Ohne unsere vielen, treuen und großzügigen Spenderinnen und Spender und dem großen Engagement unserer haupt- und ehrenamtlichen Aktiven hätten wir nicht so viel für unsere Schützlinge erreichen können. Leider wird die Tierschutzarbeit in Zukunft nicht einfacher. Große Kopfschmerzen bereitet uns die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Wir rechnen mit einer Katzenschwemme, ähnlich der Situation Ende der Neunzigerjahre, als es ebenfalls eine deutliche Erhöhung der Kastrationskosten gab. Außerdem erwarten wir ein vermehrtes Aufkommen von Kaninchen und Meerschweinchen, da sich auch hier die Gebühren für eine Kastration deutlich erhöht haben.

 

Jean-Jaques

Gerade mal  6 Monate alt und schon wurde Jean-Jaques wegen "Zeitmangel" bei uns abgegeben. Der quirlige Jungspund findet noch, dass die ganze Welt ein Spielplatz ist.

Doch STOP, bevor Sie nun schockverliebt von dem süßen weißen Fratz gleich zum Hörer greifen.

Wir gehen davon aus, dass das weiße Powerpaket noch ein wenig wachsen wird. Wir suchen für ihn ein neues Zuhause bei verantwortungsvollen Hundefreunden, die nicht nur ausreichend Platz, sondern auch viel Zeit mit ihm verbringen können und ihm noch alles zeigen, was zu einem tollen Hundeleben gehört. Dazu gehört auch noch ihn mit alltäglichen Situationen vertraut zu machen, wie z. B. so einfache Dinge wie durch eine Einkaufstrasse zu gehen o. ä. sowie jede Menge liebevolle und konsequente Erziehungsarbeit :) ! Der niedliche Bursche ist pfiffig und lernt sehr schnell, trotzdem ist der Besuch einer Hundeschule  für Mensch und Wirbelwind anzuraten. 

Auch sollten sich Interessenten Gedanken über die finanzielle Situation bei einer Hundeanschaffung sowie die Möglichkeit der Betreuung bei Urlaub oder Krankheit machen. Denn wir möchten natürlich, dass Jean-Jaques ein neues Zuhause für immer bekommt. 

Jean-Jaques ist inzwischen geimpft und gründlich durchgecheckt und kann in eine neue Familie umziehen. Seine neuen Menschen sollten sich mit Hütehunden auskennen, denn davon hat er einige Gene abbekommen.

 

Leonie und Lazlo

Ein Tierschutzfall, der uns schon seit mehreren Jahren immer wieder kranke Fundkatzen beschert hat, konnte abgeschlossen werden. Bei einem gemeinsamen Einsatz mit dem Kreisveterinäramt und dem Ordnungsamt haben wir in Bünde-Süd neun Katzen in Obhut genommen, davon eine hochtragende. Trotz Kastrationspflicht waren die zwei Kater und sieben Katzen unkastriert. Leonie und Lazlo sind zwei aus dieser Truppe, die alle ungefähr zwei Jahre alt sind. Inzwischen sind alle Tiere entwurmt, gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Clamydien geimpft und kastriert, tätowiert und gechipt. Sie suchen neue Zuhause in Wohnungshaltung.

 

Balisto und Crossie

Balisto ist ein stattlicher Kaninchenbock und kam Ende August diesen Jahres als Fundtier in unsere Obhut. Er ist inzwischen kastriert und gegen Myxomatose und RHD geimpft. Nun sucht er ein neues Zuhause. Dies allerdings nur zusammen mit seiner Herzensdame Crossie. Die hübsche Häsin wurde mit 10 Artgenossen von der Polizei sichergestellt, nachdem ihr Halter verstorben war. Crossie ist inzwischen ebenfalls geimpft. Wo sind Kaninchenfreunde die ihre Mümmelmann-Bande vergrößern möchten und entsprechend viel Platz für die stattlichen Tiere haben?

 

Neben und Leonie und Lazlo warten noch viele andere Katzen und Kater auf Menschen zum Liebhaben. Außer Balisto und Crossie suchen noch viele andere Kaninchen – auch Zwerge – neue Zuhause.

 

Für unsere riesige Mümmelmann-Bande brauchen wir dringend frisches Obst und Gemüse, z. B. Brokkoli, Kohlrabi, Steckrüben, Möhren, Äpfel, Gurken oder einen Einkaufsgutschein, denn das Grünfutter muss alle 2 Tage frisch eingekauft werden.

 

Da bei einigen Tieren noch kostenintensive tierärztliche Eingriffe und Behandlung wie z. B. Zahnsanierungen und Kastrationen anstehen, bitten wir um auch weiterhin um Spenden.

Für entsprechende Überweisungen steht das Spendenkonto bei der Sparkasse Herford zur Verfügung:

Spendenkonto: Sparkasse Herford, IBAN: DE45 4945 0120 0000 0414 00.

(Bitte für die Ausstellung der Spendenbescheinigung immer Name und Anschrift im Feld „Verwendungszweck“ angeben) oder per PayPal über unsere Homepage.

 

Ein herzliches Dankeschön geht im Namen unserer Schützlinge an alle Spender.

 

Tierschutzverein Herford e.V.

Renate Siekkötter

 

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