Bitte helfen Sie uns durch den Sommer

Wie jedes Jahr haben mit Start des Sommers die schwersten Monate des Jahres für uns begonnen. Tagtäglich werden wir mit einer Vielzahl „tierischer Probleme“ konfrontiert, die uns an die Grenzen unserer personellen, räumlichen und vor allen Dingen finanziellen Kapazitäten bringen. Die Anzahl der vierbeinigen Sorgenkinder, die aufgrund von Erkrankungen oder Unfällen hohe Tierarztkosten verursachen, ist gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. Viele Vierbeiner werden gnadenlos „entsorgt“, wenn sie medizinisch versorgt werden müssen und zusätzlich Geld kosten. Das „Sommerloch“ in der Tierheim-Kasse wird immer größer, aber sparen ginge nur zu Lasten der Tiere und das möchten wir auf jeden Fall verhindern.

Hilfsbedürftige Wildtiere sind auch in diesem Jahr wieder ein großes Thema für uns.  Verletzte und/oder verwaiste Greifvögel, Eulen, Fischreiher und Singvögel sowie Kleinsäuger (z. B. Eichhörnchen) werden von uns jede Woche mehrfach in Obhut genommen. Wir kümmern uns um die tierärztliche  Versorgung und päppeln Jungtiere selbst auf oder geben sie an Fachleute weiter. Die komplette Versorgung von Wildtieren (Tierarztkosten, Futter, Streu etc.) müssen wir ausschließlich durch Spenden finanzieren.

Leider werden immer noch viele Katzenbabys Opfer verantwortungsloser Tierhalter. Sie werden unerwünscht geboren, weil ihre Mütter nicht oder nicht rechtzeitig kastriert worden sind. Häufig werden sie wie Müll entsorgt und sind mehr tot als lebendig, wenn sie in unsere Obhut kommen. Zur Zeit leben in unserem Tierheim 41 Katzenkinder, die sachkundig und mit viel Herzblut aufgepäppelt und gesund gepflegt werden, wie z. B. der kleine Siamkater Gerrit.

Mit einem besonders schlimmen Fall wurden wir am 03.08.2018 konfrontiert. Spaziergänger fanden an der Else sechs erst wenige Tage alte Katzenbabys, die ganz offensichtlich vom Halter der Mutterkatze „entsorgt“ worden sind. Für die Kleinen kam die Rettung praktisch in letzter Minute, da bereits Fliegenmaden auf ihnen herum krabbelten. Wären sie nicht gefunden worden, hätten die Maden sie bei lebendigem Leibe aufgefressen. Nach der Erstversorgung beim Tierarzt und im Tierheim zogen die Winzlinge bei der „Katzenmutter vom Dienst“ Uschi Reche ein und werden dort rund um die Uhr versorgt. Die Betreuung von sechs Saugwelpen ist ein 24-Stunden-Job. Wenn man mit dem Letzten fertig, ist, muss man mit dem Ersten wieder anfangen. Gücklicherweise übernahm die Tochter einer Mitarbeiterin die Kitten Numzie und Nell zur Aufzucht, während Uschi Reche sich weiterhin mit Hingabe um Nore, Nele, Nala und Nick kümmert.

Ein neues Problem für uns Tierschützer stellen die sogenannten „invasiven Arten“ dar. Hiermit werden Tiere bezeichnet, die in der EU an sich nicht heimisch sind, aber von Menschen eingeführt und ausgesetzt wurden oder „ausgebüxt“ sind. Einige dieser Arten haben sich stark vermehrt und gefährden die heimische Fauna. Zu diesen Spezies zählen auch die Buchstaben-Schmuckschildkröten z. B. mit den Unterarten Rotwangen- und Gelbwangen-schmuckschildkröte und Cumberlandschildkröte. Diese Tiere kommen immer häufiger als Fundtiere in unser Tierheim, was dazu führt, dass unsere entsprechenden Unterbringungsmöglichkeiten hinten und vorne nicht ausreichen. Hinzu kommt, dass die Vermittung derartiger Tiere an strenge Auflagen gebunden ist und so sind wir ständig auf der Suche nach Tierfreunden, die solche Reptilien artgerecht und gesetzeskonform halten können.

Am 30.01.2018 beschlagnahmte das Kreisveterinäramt 3 völlig vernachlässigte, ältere Hunde und gab sie in unsere Obhut. Nach Zahnsanierungen und Tumoroperation erholte das Trio sich schnell und erfreute sich in unserem Tierheim an der liebevollen Betreuung mit hochwertigem Futter, Spaziergängen und Streicheleinheiten. Pudelrüde Chico konnte vor einigen Wochen sogar in ein neues Zuhause vermittelt werden. Auch Beaglehündin Maja und Pudelhündin Inka waren voller Lebensfreude. Neben den Spaziergängen liebten die „Unzertrennlichen“ den Freilauf auf unserer großen Hundewiese. Dort inspizierten sie jeden Tag aufs Neue jeden Quadratmeter und buddelten nach Herzenslust Löcher. Da bei einer weiteren Untersuchung bei Maja Metastasen in der Lunge festgestellt wurden, schlug der Tierarzt eine gut verträgliche Chemo-Therapie vor. Sie erhielt zwei Injektionen, aber die Behandlung schlug leider nicht mehr an. Innerhalb einer Woche „kippte“ der Gesundheitszustand komplett und wir mussten sie vom Tierarzt erlösen lassen. Wir sind sehr traurig. Als Trost bleibt uns nur die Gewissheit, dass wir Maja einen schönen Lebensabend ermöglicht haben und sie mit diesen Erinnerungen über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Ihre Freundin, die Pudelhündin Inka, hat sich zwischenzeitlich mit dem 13-jährigen Mischlingsrüden Charly angefreundet, der vor Kurzem als Abgabetier in unser Tierheim kam. So ist sie über den Verlust ihrer langjährigen Gefährtin Maja ganz gut hinweg gekommen. Auch bei Inka, die einen Gesäugetumor hatte, standen nun die nächsten Untersuchungen an. Mit Bangen erwarteten wir den Befund und hofften, dass ihre Lebensuhr noch nicht abgelaufen war. Am 14.08.2018 konnte der Tierarzt dann Entwarnung geben. Es wurden keinerlei für Anzeichen Metastasen oder weitere Tumore gefunden.

Tierfreundinnen und Tierfreunde können unsere wichtige Arbeit durch Spenden unterstützen. Für entsprechende Überweisungen steht das Spendenkonto bei der Sparkasse Herford zur Verfügung:

Spendenkonto: Sparkasse Herford, IBAN: DE45 4945 0120 0000 0414 00.

(Bitte für die Ausstellung der Spendenbescheinigung immer Name und Anschrift im Feld „Verwendungszweck“ angeben). Ein herzliches Dankeschön geht im Namen unserer Schützlinge an alle Spender.

Tierschutzverein Herford e.V.

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