Das bevorstehende Weihnachtsfest

Der Tierschutzverein Herford e. V. appelliert an die Bürger der Region, sich im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest intensiv Gedanken um das „Mitgeschöpf Tier“ zu machen. Jeder einzelne ist aufgerufen, Tierleid zum Fest der Liebe zu vermindern und zu verhindern. Renate Siekkötter, Vereinsvorsitzende: Echte Tierfreunde sind sehr kritische Verbraucher und verzichten lieber auf etwas, als die Gesundheit der eigenen Tiere zu gefährden und Tierquälereien bei der Produktion von Lebensmitteln und anderen Konsumartikeln zu unterstützen. Das fängt bei der Weihnachtsdekoration an, geht über den Einkauf für das Weihnachtsessen und endet bei den Geschenken. Man kann den Tieren, der Umwelt und sich selbst so viel Gutes tun, man muss sich nur informieren.

Brandaktuell im Hinblick auf das Festessen ist das Thema „Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration“. Im Jahre 2013 wurde rechtsstaatlich beschlossen, dass diese Tierquälerei ab dem 01.01.2019 verboten sein soll. Obwohl die Landwirtschaft 5 Jahre Zeit hatte, sich über die verschiedenen Vorgehensweisen zu informieren, hat sie die Zeit ungenutzt verstreichen lassen, und nun auf die Politiker eingewirkt, um eine Verschiebung des Verbotes zu erreichen. Dieses ist der Agrarwirtschaft leider auch gelungen. In der entsprechenden Abstimmung im Deutschen Bundestag haben CDU, CSU und SPD mit großer Mehrheit für eine Verschiebung des Verbotes um 2 Jahre gestimmt. Das bedeutet, die männlichen Ferkel dürfen weitere 2 Jahren ganz legal grausam gequält werden. In sämtlichen Bio-Schweinezucht- und Schweinemastbetrieben ist die Ferkelkastration ohne Betäubung übrigens schon lange verboten, im Bioland-Betrieben z. B. schon seit 2011.

Aus Protest gegen die Verschiebung des Verbotes ruft der Tierschutzverein Herford e. V. alle Bürger der Region auf, Schweinefleisch aus konventioneller Haltung zu boykottieren und statt dessen nur noch Schweinefleisch aus Biohaltung zu kaufen. „ Wir bitten alle Tierfreunde, sich auch die Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt zu verkneifen und lautstark zu sagen, warum sie das tun“ !

Beim Einkauf von Lebensmitteln sollte Qualität immer vor Quantität stehen. Jedem Verbraucher muss klar sein, dass hinter den „geilen Geizpreisen“ für Fleisch, Eier und Milchprodukte das unsägliche Leid von Abermillionen Puten, Enten, Gänsen, Hähnchen, Hühnern, Schweinen, Rindern, Schafen, Ziegen u. v. a. steckt. Durch den maßlosen Konsum von tierischen Lebensmitteln forciert der Mensch nicht nur die unbeschreiblichen Tierquälereien in der industriellen Massentierhaltung, sondern er trägt erheblich zur Zerstörung von Natur und Umwelt, zum Klimawandel und Schädigung seiner eigene Gesundheit bei. Gott sei dank nimmt die Anzahl der Menschen zu, die das erkannt haben. Inzwischen gibt es in Deutschland 1,3 Mio. Veganer, rd 10 % der Bevölkerung sind Vegetarier und rd. 13 % sind Flexitarier. Alle drei Ernährungsformen weisen eine steigende Tendenz auf. Es gibt viele Möglichkeiten für leckere vegetarische oder vegane Weihnachtsmenüs. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre aber schon die Reduzierung von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln und die Abkehr von Billigware.

Desweiteren möchten die Tierschützer darauf hinweisen, dass die Menschen beim Einkauf neuer Winter-kleidung genau prüfen sollten, wie und wo diese hergestellt worden ist und ob sie Bestandteile enthält, die mit Tierquälerei in Verbindung stehen.
Ein großes Problem stellen Pelzbesätze an Jacken, Mänteln, Stiefeln, Schuhen und Mützen dar, die häufig falsch deklariert sind. Hinter vielen als Kunstpelz bezeichneten Artikeln verbirgt sich Echtpelz. Grund hierfür ist, dass Echtpelz sich oft billiger produzieren lässt, als ein hochwertiges Kunstfell. Das gilt in erster Linie für Produkte aus China, wo insbesondere Marderhunde unter schlimmsten Bedingungen für die Mode leben und sterben müssen.
Will man ein Kleidungsstück mit Pelzbesatz erwerben, sollte man das Fell extrem scheiteln. Bei Kunstpelz stößt man dann auf Stoff, bei Echtpelz auf Lederhaut. Inzwischen werden aber auch Tierhaare in die Kunsthaare „eingearbeitet“, so dass es in vielen Fällen gar nicht möglich ist, einen „echten“ Kunstpelz zu kaufen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann dieses nur, wenn er komplett auf Textilien mit Fellbesatz verzichtet.
Für jeden echten Tierfreund sollte Echtpelz ein absolutes Tabu sein!

Vielen Verbrauchern ist ebenfalls nicht bewusst, dass sie beim Kauf von Wollpullis, -mützen und ähnlichen Artikeln, die Angorawolle enthalten, grausame Tierquälerei unterstützen. Etwa 95% der weltweit produzierten Wolle stammt aus China. Die bedauernswerten Kaninchen werden einzeln, in winzigen Käfigen ohne Einstreu gehalten, damit die Haare nicht verfilzen. Auch die Gewinnung von Kaschmir ist mit massiven Grausamkeiten gegenüber den Tieren verbunden. Hier ist China inzwischen ebenfalls der Hauptproduzent. Kaschmir stammt aus der feinen Unterwolle der Kaschmirziegen, die zur Schur gefesselt und auf den Boden geworfen werden. Dann wird die Unterwolle mit Drahtbürsten aus dem Fell der schreienden Tiere gerissen.

Vorsicht ist ebenso bei Daunenjacken und -westen geboten, da die Federn häufig aus brutalem „Lebendrupf“ stammen. Helfen kann man den Tieren nur durch Verzicht auf diese Artikel und die damit verbundene ausbleibende Nachfrage.
Alternativen, die nicht mit Tierleid verbunden sind, gibt es inzwischen mehr als genug.

Tiere als Weihnachtsgeschenk – ein Alptraum für jeden Tierschützer
Gerade zu Weihnachten wünschen sich Kinder oftmals ein eigenes Heimtier und viele Menschen überlegen, ihre Liebsten mit einem tierischen Geschenk zu überraschen. Der Tierschutzverein Herford warnt allerdings ausdrücklich vor dem Verschenken von Tieren. Ein niedlicher Welpe oder ein kleines Kätzchen sorgt am Weihnachtsabend zwar oft für Begeisterung, aber was mit großer Freude beginnt, endet schnell im Tierheim, sobald sich die neuen Halter mit den tatsächlichen Ansprüchen des neuen Familienmitgliedes konfrontiert sehen.
Häufig werden die einstigen Lieblinge auch einfach ausgesetzt. Die Tierschützer empfehlen eine gründliche und vor allem gemeinsame Vorbereitung auf das neue Familienmitglied. Wer zu Weihnachten trotzdem etwas „tierisches“ verschenken möchte, kann auf gute Ratgeberlektüre zur artgerechten Tierhaltung oder auf geeignetes Heimtierzubehör zurückgreifen.

Durch das Internet werden Vierbeiner und Gefiederte immer mehr zur Ware. Ohne sich ausreichend zu informieren und sich selbst ehrlich zu prüfen, ob für den gewünschten tierischen Hausgenossen ausreichend Zeit, Platz und Geld vorhanden ist, kommt es zu Spontankäufen von Hunden, Katzen, Nagern, Vögeln und Co., die über eine Flut von Kleinanzeigen feil geboten werden. Die Verkäufer interessiert das weitere Schicksal ihrer lebenden Ware in den seltensten Fällen, für sie zählt nur das Geld. Es mangelt nicht nur an der sachkundigen Beratung der zukünftigen Tierhalter, häufig werden auch kranke oder verhaltensgestörte Tiere verkauft.
Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest appellieren die Tierschützer eindringlich, keine Tiere während der Feiertage – quasi unter dem Weihnachtsbaum – zu verschenken. Die Hektik der Weihnachtstage mit Vorbereitungen für Festessen, Besuche von Familie und Verwandten usw. ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für die Eingewöhnung eines tierischen Hausgenossen. Hierfür braucht man Zeit und Ruhe und die fehlt an den Feiertagen in den allermeisten Haushalten. Ein Tier sollte überhaupt nur angeschafft werden, wenn es der Wunsch der ganzen Familie, insbesondere auch der Eltern ist, denen immer klar sein muss, dass sie letztendlich die Verantwortung für das Haustier übernehmen müssen.

Tiere sind kein Kinderspielzeug und noch viel weniger Wegwerfartikel. Sie sind Mitgeschöpfe, die Schmerzen, Freude, Trauer, Stress und Langeweile empfinden können. Jeder, der sich ein Tier anschafft, sollte sich der großen Verantwortung, die er damit übernimmt, bewusst sein.

Neues aus dem Tierheim:

Immer häufiger werden die Tierheimmitarbeiter von der Polizei zu Einsätzen gerufen, wenn Tierhalter verstorben sind, inhaftiert oder in die Psychiatrie zwangseingewiesen werden. Die Polizei stellt die Tiere sicher und gibt sie in die Obhut der Tierschützer. Es dauert oft sehr lange, bis das weitere Schicksal dieser Vierbeiner geklärt ist und die Tiere vermittelt werden können. Zur Zeit leben 2 „Felle“ dieser Art im Bünder Tierheim. Katze Lucy wurde am 15.09.2018 in Obhut genommen, weil ihr Halter zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen wurde. American Staffordshire Terrier Sammy kam am 14.11.2018 ins Tierheim Sein Halter wurde festgenommen und sitzt jetzt in Untersuchungshaft, weil er unter dem Verdacht steht, etwas mit dem Verschwinden seiner Ehefrau zu tun zu haben. Ob Lucy und Sammy an ihre jeweiligen Besitzer zurükgegeben werden ist ungewiss. Wie lange die zwei im Tierheim bleiben müssen, aber nicht vermittet werden dürfen, steht ebenfalls in den Sternen.

Im Tierheim Bünde und in den Pflegestellen des Vereins warten aber auch viele Katzen, einige Hunde und Kleintiere, die zur Vermittlung „frei“ sind und ein neues, lebenslanges Zuhause suchen. Natürlich werden sie nicht als Weihnachtsgeschenke abgegeben.

Stellvertretend werden hier einige Schützlinge vorgestellt:
Zwergkaninchen Paul kam am 23.11.2018 zusammen mit seinen Artgenossen Ben und Flocki als Abgabetier in unsere Obhut, da sein Frauchen sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um das Trio kümmern konnte.  Ben und Flocki sind bereits am 04.12.2018 in ein neues Zuhause gezogen. Nun sucht der 6 -jährige kastrierte Hoppler ein neues Zuhause bei Kaninchenfreunden mit Artgenossen.

Das Wellensittich-Weibchen Isolde kam kürzlich als Fundtier zu uns. Leider meldete sich niemand, der den föhlichen kleinen Krummschnabel vermisste.

Um weiterhin an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz zu sein, um Tieren in Notsituationen zu helfen, reicht nicht nur unser besonderes Engagement, sondern wir benötigen hierfür auch die finanziellen Mittel. Damit wir unsere Arbeit in bewährter Weise fortsetzen können, brauchen wir Ihre Unterstützung! Unsere Schützlinge zählen auf Sie und danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Spende. Jeder Euro ist so wichtig – bitte helfen Sie !

Für Überweisungen steht das Spendenkonto bei der Sparkasse Herford
IBAN: DE45 4945 0120 0000 0414 00, BIC: WLAHDE44 zur Verfügung.

Wir wünschen allen Tierfreundinnen und Tierfreunden eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Tierschutzverein Herford e. V.
1. Vorsitzende
Renate Siekötter

Zurück