Dezember 2019

Der Tierschutzverein Herford e. V. appelliert an die Bürger der Region, sich im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest intensiv Gedanken um das „Mitgeschöpf Tier“ zu machen. Jeder einzelne ist aufgerufen, Tierleid zum Fest der Liebe zu vermindern und zu verhindern. Renate Siekkötter, Vereinsvorsitzende: Echte Tierfreunde sind sehr kritische Verbraucher und verzichten lieber auf etwas, als die Gesundheit der eigenen Tiere zu gefährden und Tierquälereien bei der Produktion von Lebensmitteln und anderen Konsumartikeln zu unterstützen. Das fängt bei der Weihnachtsdekoration an, geht über den Einkauf für das Weihnachtsessen und endet bei den Geschenken. Man kann den Tieren, der Umwelt und sich selbst so viel Gutes tun, man muss sich nur informieren.

Beim Einkauf von Lebensmitteln sollte Qualität immer vor Quantität stehen. Jedem Verbraucher muss klar sein, dass hinter den „geilen Geizpreisen“ für Fleisch, Eier und Milchprodukte das unsägliche Leid von Abermillionen Puten, Enten, Gänsen, Hähnchen, Hühnern, Schweinen, Rindern, Schafen, Ziegen u. v. a. steckt. Durch den maßlosen Konsum von tierischen Lebensmitteln forciert der Mensch nicht nur die unbeschreiblichen Tierquälereien in der industriellen Massentierhaltung, sondern er trägt erheblich zur Zerstörung von Natur und Umwelt, zum Klimawandel und Schädigung seiner eigene Gesundheit bei. Gott sei dank nimmt die Anzahl der Menschen zu, die das erkannt haben. Inzwischen gibt es in Deutschland 1,3 Mio. Veganer, rd 10 % der Bevölkerung sind Vegetarier und rd. 13 % sind Flexitarier. Alle drei Ernährungsformen weisen eine steigende Tendenz auf. Es gibt viele Möglichkeiten für leckere vegetarische oder vegane Weihnachtsmenüs. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre aber schon die Reduzierung von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln und die Abkehr von Billigware.

Desweiteren möchten die Tierschützer darauf hinweisen, dass die Menschen beim Einkauf neuer Winterkleidung genau prüfen sollten, wie und wo diese hergestellt worden ist und ob sie Bestandteile enthält, die mit Tierquälerei in Verbindung stehen.

Ein großes Problem stellen Pelzbesätze an Jacken, Mänteln, Stiefeln, Schuhen und Mützen dar, die häufig falsch deklariert sind. Hinter vielen als Kunstpelz bezeichneten Artikeln verbirgt sich Echtpelz. Grund hierfür ist, dass Echtpelz sich oft billiger produzieren lässt, als ein hochwertiges Kunstfell. Das gilt in erster Linie für Produkte aus China, wo insbesondere Marderhunde unter schlimmsten Bedingungen für die Mode leben und sterben müssen.

Will man ein Kleidungsstück mit Pelzbesatz erwerben, sollte man das Fell extrem scheiteln. Bei Kunstpelz stößt man dann auf Stoff, bei Echtpelz auf Lederhaut. Inzwischen werden aber auch Tierhaare in die Kunsthaare „eingearbeitet“, so dass es in vielen Fällen gar nicht möglich ist, einen „echten“ Kunstpelz zu kaufen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann dieses nur, wenn er komplett auf Textilien mit Fellbesatz verzichtet.

Für jeden echten Tierfreund sollte Echtpelz ein absolutes Tabu sein!

Vielen Verbrauchern ist ebenfalls nicht bewusst, dass sie beim Kauf von Wollpullis, -mützen und ähnlichen Artikeln, die Angorawolle enthalten, grausame Tierquälerei unterstützen. Etwa 95% der weltweit produzierten Wolle stammt aus China. Die bedauernswerten Kaninchen werden einzeln, in winzigen Käfigen ohne Einstreu gehalten, damit die Haare nicht verfilzen. Auch die Gewinnung von Kaschmir ist mit massiven Grausamkeiten gegenüber den Tieren verbunden. Hier ist China inzwischen ebenfalls der Hauptproduzent. Kaschmir stammt aus der feinen Unterwolle der Kaschmirziegen, die zur Schur gefesselt und auf den Boden geworfen werden. Dann wird die Unterwolle mit Drahtbürsten aus dem Fell der schreienden Tiere gerissen.

Vorsicht ist ebenso bei Daunenjacken und -westen geboten, da die Federn häufig aus brutalem „Lebendrupf“ stammen. Helfen kann man den Tieren nur durch Verzicht auf diese Artikel und die damit verbundene ausbleibende Nachfrage.

Alternativen, die nicht mit Tierleid verbunden sind, gibt es inzwischen mehr als genug.

Tierschutzverein Herford e.V.

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