Dezember 2019

Tiere als Weihnachtsgeschenk – ein Alptraum für jeden Tierschützer

Gerade zu Weihnachten wünschen sich Kinder oftmals ein eigenes Heimtier und viele Menschen überlegen, ihre Liebsten mit einem tierischen Geschenk zu überraschen. Der Tierschutzverein Herford warnt allerdings ausdrücklich vor dem Verschenken von Tieren. Ein niedlicher Welpe oder ein kleines Kätzchen sorgt am Weihnachtsabend zwar oft für Begeisterung, aber was mit großer Freude beginnt, endet schnell im Tierheim, sobald sich die neuen Halter mit den tatsächlichen Ansprüchen des neuen Familienmitgliedes konfrontiert sehen.

Häufig werden die einstigen Lieblinge auch einfach ausgesetzt. Die Tierschützer empfehlen eine gründliche und vor allem gemeinsame Vorbereitung auf das neue Familienmitglied. Wer zu Weihnachten trotzdem etwas „tierisches“ verschenken möchte, kann auf gute Ratgeberlektüre zur artgerechten Tierhaltung oder auf geeignetes Heimtierzubehör zurückgreifen.

Durch das Internet werden Vierbeiner und Gefiederte immer mehr zur Ware. Ohne sich ausreichend zu informieren und sich selbst ehrlich zu prüfen, ob für den gewünschten tierischen Hausgenossen ausreichend Zeit, Platz und Geld vorhanden ist, kommt es zu Spontankäufen von Hunden, Katzen, Nagern, Vögeln und Co., die über eine Flut von Kleinanzeigen feil geboten werden. Die Verkäufer interessiert das weitere Schicksal ihrer lebenden Ware in den seltensten Fällen, für sie zählt nur das Geld. Es mangelt nicht nur an der sachkundigen Beratung der zukünftigen Tierhalter, häufig werden auch kranke oder verhaltensgestörte Tiere verkauft.

Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest appellieren die Tierschützer eindringlich, keine Tiere während der Feiertage – quasi unter dem Weihnachtsbaum – zu verschenken. Die Hektik der Weihnachtstage mit Vorbereitungen für Festessen, Besuche von Familie und Verwandten usw. ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für die Eingewöhnung eines tierischen Hausgenossen. Hierfür braucht man Zeit und Ruhe und die fehlt an den Feiertagen in den allermeisten Haushalten. Ein Tier sollte überhaupt nur angeschafft werden, wenn es der Wunsch der ganzen Familie, insbesondere auch der Eltern ist, denen immer klar sein muss, dass sie letztendlich die Verantwortung für das Haustier übernehmen müssen.

Tiere sind kein Kinderspielzeug und noch viel weniger Wegwerfartikel. Sie sind Mitgeschöpfe, die Schmerzen, Freude, Trauer, Stress und Langeweile empfinden können. Jeder, der sich ein Tier anschafft, sollte sich der großen Verantwortung, die er damit übernimmt, bewusst sein.  Ganz besonders warnen möchten die Tierschützer vor Tierkäufen über Ebay-Kleinanzeigen und ähnlichen Internet-Verkaufsplattformen, da sich dort viele illegale Tierhändler tummeln.

Neues aus dem Tierheim:

Nelson:

Nelson wurde von einer Familie als Welpe über Ebay-Kleinanzeigen angeschafft, die aber keine Hundeerfahrung hatte und auch nicht wusste, was für ein Tier sie sich mit einem Rhodesian Ridgeback- Malinois Mischling ins Haus holten. Ein Hund seiner Güteklasse braucht von Anfang an eine klare Führung und körperliche und geistige Auslastung. Da diese Haltungsbedingungen fehlten, kam es zu einer Fehlentwicklung des bildschönen Hundes. Seine Familie sah ein, dass sie dem Rüden nicht gerecht werden konnten und wollten ihn abgeben, aber niemand wollte den schwierigen Hund haben. Schließlich waren wir seine letzte Rettung. Mit Unterstützung einer Hundetrainerin, die ins Bünder Tierheim kommt, lernt Nelson jetzt Impulskontrolle und Erhöhung seiner Frustrationstoleranz. Nelson hat sehr gute Fortschritte gemacht, so dass wir jetzt ein neues Zuhause für ihn suchen. Seine neuen Menschen müssen souveräne Rudelführer sein, sehr viel Hundeerfahrung und ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein mitbringen. Außerdem sollten sie über ein Haus mit einem sicher eingezäunten Garten verfügen  und genügend Zeit haben, Nelson körperlich und geistig auszulasten. Er ist nicht als Familienhund geeignet.

Jamie:

Jamie kam im April 2019 als Fundtier ins Bünder Tierheim. Es meldete sich niemand, der den liebenswerten Stubentiger vermisste. Er ist ca. 2017 geboren und hat keinen Drang nach draußen. Aus diesem Grund suchen wir für Jamie ein neues Domizil bei Katzenfreunden mit einer katzengerechten Wohnung.

Frieda und Amelie (black is beautiful)

Am 09.07.2019 wurden Frieda und Amelie zusammen mit ihrer Gefährtin Kate bei uns abgegeben. Als Abgabegrund nannte der Halter die Allergie eines Familienmitgliedes. Interessanterweise brechen  Allergien kurz vor den Sommer-ferien aus. Während Kate inzwischen vermittelt werden konnte, warten die beiden schwarzen Schönheiten Frieda und Amelie immer noch auf Menschen zum Liebhaben. Frieda ist 2014 geboren, Amelie 2016. Da die beiden dick befreundet sind, sollen sie nur gemeinsam in eine neue Bleibe umziehen.

Für unsere zahlreichen Katzenkinder und unsere vierbeinige Sorgenkinder im Tierheim werden Paten gesucht, die durch Spenden helfen, Kost, Logis und medizinische Versorgung der Vierbeiner sicherzustellen. Entsprechende Vordrucke sind im Tierheim und auf unserer Homepage erhältlich.

Tierfreundinnen und Tierfreunde können die wichtige Arbeit der Tierschützer auch durch eine einmalige Spende unterstützen. Für entsprechende Überweisungen steht das Spendenkonto bei der Sparkasse Herford zur Verfügung:

Spendenkonto: Sparkasse Herford, IBAN: DE45 4945 0120 0000 0414 00.

(Bitte für die Ausstellung der Spendenbescheinigung immer Name und Anschrift im Feld „Verwendungszweck“ angeben).

Ein herzliches Dankeschön geht im Namen unserer Schützlinge an alle Spender.

Tierschutzverein Herford e.V.

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