Pressemitteilung

Ein schwieriger Fall beschäftigt seit circa zwei Jahren den Tierschutzverein Herford e.V. und das Bünder Tierheim. In 2018 zog ein Mann in ein Haus im Holtackerweg in Bünde ein und brachte 5-6 unkastrierte Katzen mit, die als Freigänger gehalten wurden. Es dauerte nicht lange, bis sich Beschwerden von Anwohnern häuften, die sich nachts durch die lautstarken Liebesspiele der Katzen gestört fühlten. Zudem gab es Hinweise, dass einige der Tiere Krankheitssymptome zeigten. Da in der Stadt Bünde bereits seit April 2009 die Kastrationspflicht für Freigängerkatzen besteht, schaltete der Tierschutzverein Herford das Ordnungsamt Bünde und das Kreisveterinäramt Herford ein. Mitarbeiter beider Behörden suchten den Katzenhalter mehrmals auf und erteilten ihm Auflagen. Eine deutlich positive Entwicklung nahm der Fall aber erst, als der Mann unter Betreuung gestellt wurde. Die Betreuerin sorgte dafür, dass die Tiere kastriert und vermutlich auch tierärztlich versorgt wurden. Danach herrschte circa ein Jahr Ruhe. Ende Juli diesen Jahres informierte eine Anwohnerin den Tierschutzverein Herford e.V. darüber, dass besagter Katzenhalter eine blinde Katze draußen herumlaufen ließ. Dieses Tier war in ihren Garten gekommen und hatte ihren Hund und sie angegriffen und verletzt. Dann erhielten die Tierschützer am Abend des 06.08.2020 ein Foto, das eine Katze des besagten Halters mit schweren Katzenschnupfen-Symptomen zeigte (Foto 1). Am Tag danach gegen 20:00 Uhr nahm die Vorsitzende des Tierschutzvereines Herford Renate Siekkötter das kranke Tier vom Nachbargrundstück aus in Augenschein. Die kranke Katze lag mit extrem verklebter Nase und Schnauze im Gras und auf ihr saßen circa 20 Schmeißfliegen (Foto 2). Renate Siekkötter sah dringenden Handlungsbedarf und nahm am Samstag Kontakt mit der Rufbereitschaft des Kreisveterinäramtes Herford auf. Die diensthabende Tierärztin schlug vor, sich um 13:15 mit den Tierschützern vor Ort zu treffen. Als die  Amtstierärztin auf die Tür zuging, um zu klingeln und mit dem Katzenhalter zu sprechen, kam dieser aus der Tür mit einer Schusswaffe in der Hand. Er rief: „Verschwindet oder ich schieße!“ und lud dabei demonstrativ die Waffe durch. Die Veterinärin und die Tierschützer entfernten sich daraufhin zügig, aber ruhig vom Ort des Geschehens und trafen sich anschließend auf einem Parkplatz in sicherer Entfernung. Von dort aus verständigte die Tierärztin die Polizei. Kurz darauf kam ein Streifenwagen und die Amtstierärztin und die Tierschützer schilderten den Vorfall in allen Einzelheiten.

Da es sich bei dem Katzenhalter um einen ehemaligen Soldaten, der in Afghanistan im Einsatz war, handeln soll, war die Gefahrenlage schwer einschätzbar. Nach mehrstündigen Verhandlungen zwischen Polizei und Tierhalter stürmte ein Spezialeinsatzkommando das Haus und nahm den Mann fest. Er wurde in einer psychiatrischen Einrichtungen untergebracht. Anschließend wurde das Haus vom Keller bis zum Dach durchsucht. Während der Durchsuchung wurden Mitarbeiter des Bünder Tierheims angefordert, um die dort befindlichen Katzen einzufangen, damit die Spürhunde ungestört ihre Arbeit verrichten konnten. Bei dieser Gelegenheit nahmen die Tierheimmitarbeiter den verwahrlosten Zustand der Räumlichkeiten zur Kenntnis. Die Polizei stellte bei der Durchsuchung mehrere Waffen sicher.

Am Samstagabend mussten die Veterinärin und die Tierschützer noch einmal zu umfangreichen Vernehmungen bei der Polizei Bünde erscheinen. Dort wurde ihnen auch psychologische Betreuung angeboten, die aber Gott sei Dank bei keinem notwendig war.

Die Katzen werden von den Tierschützern zunächst umfangreich tiermedizinisch versorgt und sachkundig betreut. Über das weitere Schicksal der Tiere entscheidet das Kreisveterinäramt Herford.

Anmerkung: Wir haben diesen Fall sehr ausführlich geschildert, damit Sie sich ein Bild von dem Sachverhalt machen können. Falls es erforderlich ist, dürfen Sie gerne Kürzungen vornehmen.

Nachfolgend möchten wir einige unserer „Notfelle“ vorstellen, für die wir ganz dringend Dauerpflegestellen und Paten suchen.

Tierarzt- und Futterkosten können von uns je nach Absprache ganz oder teilweise übernommen werden. Die Pflegeplätze sollte in Bünde und Umgebung liegen, damit wir den Betreuern bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

René

Tigerkater René kam Anfang Juni in einem erbarmungswürdigen Zustand als Fundtier in unsere Obhut. Er hatte so schlechte Zähne, dass er praktisch nicht mehr fressen konnte. Sein Fell war stark verfilzt, da er auch nicht mehr in der Lage war, sich zu putzen. Nach der Zahnsanierung besserte sich sein Zustand. Leider ergab die anschließende Blutuntersuchung, dass er an einer Niereninsuffizienz leidet. René ist sehr menschenbe-zogen und liebt Streicheleinheiten über alles. Bei welchem Katzenfreund darf René seinen Lebensabend verbringen?

Egon

Der schwarze Egon wurde Anfang März als Fundtier in unserem Tierheim abgegeben. Auch sein Allgemein-zustand war sehr schlecht. Eine Kralle war eingewachsen und sein rechtes Auge ist irreparabel geschädigt. Die Blutuntersuchungen ergaben, dass er FIV-positiv ist. Anfangs war Egon sehr zurückhaltend und wollte sich nicht anfassen lassen. Inzwischen ist er aber auf den Geschmack gekommen und genießt jede Streicheleinheit.  Wer hat einen Sofaplatz für Egon?

Mira

Mira ist eine menschenbezogene Katzendame mit „Rubensfigur“. Sie kam als Fundtier zu uns und ist ca. 2008 geboren. Wir suchen für die bezaubernde Mieze ein neues ruhiges Zuhause ohne viel Trubel bei erfahrenen Katzenhaltern. Diese sollten sich mit der Körpersprache von Katzen sehr gut auskennen und sich von ihren „Launen“ nicht einschüchtern lassen. Auch sollte ein eigenes Katzenzimmer vorhanden sein, in dem Mira Stress abbauen und sich entspannen kann. Mira möchte in reine Wohnungshaltung umziehen, ohne weitere Katzenbewohner, denn sie möchten ihren Menschen ganz für sich. Wer gibt Mira ein Zuhause?

 

Da dem Tierschutzverein Herford e.V. und dem Tierheim Bünde bedingt durch die anhaltende Corona-Situation weiterhin etliche Einnahmen wegbrechen, bitten wir um Spenden-Überweisungen auf unser Konto bei der Sparkasse Herford IBAN DE45 4945 0120 0000 0414 00.

Für unsere vierbeinigen Sorgenkinder und viele kleine Katzenbabys werden weiterhin Paten gesucht.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern herzlich und hoffen, dass alle gesund bleiben!

 

Tierschutzverein Herford e.V.

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