Neues aus dem Tierheim

Der Frühling zieht ins Land und für die freilebenden Tiere beginnt die Fortpflanzungsperiode. Die Feldhasen haben bereits Nachwuchs. Am 23.2.2019 fand eine Tierfreundin einen wenige Tage alten Junghasen in ihrem Kellerschacht. Offensichtlich hatte ihn ein Beutegreifer „auf dem Transport“ verloren. Sie brachte das Tierchen, welches gerade mal 130 Gramm wog, ins Bünder Tierheim. Gott sei Dank waren keinerlei Verletzungen festzustellen und der Kleine wird nun von einer sachkundigen Tierpflegerin mit der Flasche aufgezogen. Wenn er ein Gewicht von 800 bis 1000 Gramm erreicht hat, wird er ausgewildert. Die Flaschenaufzucht von jungen Feldhasen ist schwierig sowie zeit- und kostenaufwendig. Daher sollte sie nur in absoluten Notfällen erfolgen.

Leider werden junge Feldhasen auch besonders häufig Opfer falsch verstandener Tierliebe und als vermeintliche „Waisenkinder“ von besorgten Tierfreunden eingesammelt. Viele Menschen wissen nicht mehr, dass es zur Überlebensstrategie dieser Tierart gehört, dass die Mutter nur ein- bis dreimal täglich ihre Jungen zum Säugen aufsucht und diese die meiste Zeit alleine sind. Für alle Hunde- und Katzenbesitzer sollte es ab sofort oberstes Gebot sein, Bello und Mieze in den nächsten Monaten sehr intensiv zu beaufsichtigen und zu betreuen, um die vierbeinigen und gefiederten Eltern und Kinder nicht zu beunruhigen. Wildtiere können nicht unterscheiden, ob sich ihnen ein „der-tut-nix-Hund“ nähert oder ob der Vierbeiner ihnen an den Kragen gehen will.

Sie werden in jedem Fall in Todesangst versetzt, wenn freilaufende Hunde über Felder und Wiesen toben. Jeder Tierhalter, der sich für einen Tierfreund hält, sollte großes Interesse daran haben, die Kinderstube von Mutter Natur nicht zu stören.

Neues aus dem Tierheim:

Im Tierheim Bünde leben zur Zeit 53 Katzen, 10 Hunde, 2 Wellensittiche, 3 Wasserschildkröten, 3 Zwergkaninchen und 2 Meerschweinchen.

Stellvertretend für diese Bewohner werden hier einige Vierbeiner und Gefiederte vorgestellt.

Kleopatra

Die aparte Katzendame kam Ende November 2018 als Fundtier ins Bünder Tierheim. Es meldete sich aber niemand der sie vermisste. Die sehr menschenbezogene Mieze möchte ihr neues Zuhause keinesfalls mit Artgenossen teilen, sondern ihre „Dosenöffner“ für sich alleine haben. Da sie eventuell auf Freigang besteht, sollte ihr neues Domizil fernab stärker befahrener Straßen liegen, so dass sie relativ gefahrlos draußen flanieren kann.

Nobby

Kater Nobby ist ein echter Notfall, der ganz dringend ein Zuhause bei echten Katzenfreunden sucht.  Nobby kam Ende Dezember als Fundtier in die Obhut der Tierschützer. Sein gesamter Kopfbereich war blutverkrustet und er hatte einen Tumor am Ohr. Inzwischen wurde dieser erfolgreich entfernt.  Außerdem wurde Nobby kastriert und seine Blutwerte untersucht. Wie bei vielen älteren Katern, die unkastriert ins Tierheim kommen, bestätigten sich die Befürchtungen der Tierpfleger: Nobby ist FIV-positiv. Nobby hat sich nach der OP sehr gut erholt und sehnt sich nun nach einem gemütlichen Sofaplatz, wo er seinen Lebensabend - liebevoll betreut - verbringen kann. Dieses kann auch eine Dauerpflegestelle sein.

Hexi und Merlin

Wellensittichhenne Hexi war mehr tot als lebendig, als sie von aufmerksamen Tierfreunden in Enger auf der Straße gefunden wurde. Mit Rotlicht und Spezialnahrung wurde sie im Tierheim aufgepäppelt. Nachdem sie wieder bei Kräften war, wurde versucht, sie mit Artgenossen zu vergesellschaften. Aber Hexi akzeptierte erstaunlicherweise weder weibliche noch männliche

Wellensittiche als Gesellschaft. Dann kam Merlin ins Tierheim. Auch er wurde geschwächt gefunden. Nachdem er sich erholt hatte, starteten die Tierpfleger den Versuch, ihn mit Hexi zusammen zu führen. Und siehe da – Merlin verzauberte die kleine Kratzbürste und jetzt sind die beiden ein „Liebespaar“. Nun suchen Hexi und Merlin ein gemeinsames Zuhause bei verantwortungsbewussten Vogelfreunden. Sie sollten allerdings keinen Kontakt zu anderen Vögeln haben, da Hexi hiermit ein Problem haben könnte.

Aurora und Milo

Die Malinois-Hündin Aurora und der Cocker-Retriever-Mischling Milo kamen am 06.11.2018 als Abgabetiere zu uns. Sie sind sogen. „Scheidungswaisen“. Ihre Halterin hatte sich aus zeitlichen und finanziellen Gründen schon längere Zeit nicht mehr intensiv genug um die beiden Vierbeiner gekümmert. Die rassebedingt sehr aktive Aurora fügte sich aus Frust ein Leck-Ekzem zu, welches im Tierheim abgeheilt ist. Aurora ist 2012 geboren, Milo 2009. Beide Hunde haben viele positive Eigenschaften. Aurora ist ein „workaholic“ und der ruhende Pol in ihrem Leben ist ihr vierbeiniger Gefährte Milo, zu dem sie eine enge Beziehung hat. Es wäre toll, wenn beide ein gemeinsames Zuhause fänden. Es wäre auch möglich, die beiden zu trennen, aber nur wenn Aurora zuerst vermittelt würde, da sie ohne Milo im Tierheim totunglücklich wäre. Während Milo recht unkompliziert ist, ist Aurora nur für Menschen geeignet, die über entsprechende Hundeerfahrung verfügen und die Zeit haben, sie täglich körperlich und geistig auszulasten.

Für unsere vierbeinigen Sorgenkinder im Tierheim werden Paten gesucht, die durch Spenden helfen die Versorgung der Vierbeiner sicherzustellen. Entsprechende Vordrucke sind auf dieser Homepage unter »Mithelfen«.

Tierfreundinnen und Tierfreunde können die wichtige Arbeit der Tierschützer auch durch eine einmalige Spende unterstützen. Für entsprechende Überweisungen steht das Spendenkonto bei der Sparkasse Herford zur Verfügung:

Spendenkonto: Sparkasse Herford, IBAN: DE45 4945 0120 0000 0414 00.
(Bitte für die Ausstellung der Spendenbescheinigung immer Name und Anschrift im Feld „Verwendungszweck“ angeben).

Ein herzliches Dankeschön geht im Namen unserer Schützlinge an alle Spender.

Tierschutzverein Herford e.V.
Renate Siekkötter

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