Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen

Der Tierschutzverein Herford e. V. appelliert an die Katzenhalter der Region, ihre unkastrierten Tiere schnellstmöglich von einem Tierarzt unfruchtbar machen zu lassen, um der Lösung des Katzenproblems wieder ein Stück weit näher zu kommen. Im gesamten Kreis Herford besteht seit Juli 2011 die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen. Katzenhalter, die ihre Tiere nicht rechtzeitig kastrieren lassen, müssen mit Sanktionen der Ordnungsbehörden rechnen. Tierfreunde, die sich um verwilderte Hauskatzen kümmern, oder die festgestellt haben, dass sich sogen. "Wildlinge" auf ihrem Grundstück angesiedelt haben, werden gebeten, sich beim Tierschutzverein Herford e. V. oder einem anderen Mitgliedsverein der "ARGE Tierschutz für den Kreis Herford" zu melden, damit die Katzen und Kater eingefangen und kastriert werden können. Die Kastration ist die einzige tierschutzgerechte Lösung zur Verringerung der Katzenpopulation. Leider werden immer noch unerwünschte Katzenkinder geboren und dann wie Müll „entsorgt“. So erging es auch Numzie und seinen Geschwistern, die im August 2018 praktisch in letzter Minute an der Else gefunden wurden. Die winzigen Katzenkörper waren schon von Fliegenmaden befallen, die die Babys bei lebendigem Leibe aufgefressen hätten.

Der Halter der Mutterkatze hat mit seiner Untat eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begangen, da er den qualvollen Tod der Katzenkinder billigend in Kauf genommen hat.

Mehrmals in der Woche erreichen den Tierschutzverein Herford e. V. und/oder das Bünder Tierheim Meldungen über nicht ordnungsgemäße Tierhaltungen. Erst kürzlich lag ein anonymes Schreiben im Tier-heimbriefkasten, in dem auf gravierende Mißstände in Sachen Tierhaltung, aber auch Tierkörper- und Abfallbeseitigung hingewiesen wird. Das Schriftstück wurde in Kopie an das Kreisveterinäramt Herford und das Ordnungsamt Bünde weitergeleitet. Aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage lassen sich von behördlicher Seite leider nur Mindestanforderungen durchsetzen, die in vielen Fällen einer artgerechten Tierhaltung nicht entsprechen. Das Tierschutzgesetz kann man in seiner derzeitigen Fassung nur als „Tiernutzgesetz“ bezeichnen, da es in den allermeisten Fällen die Tiere völlig unzureichend oder ganr nicht schützt. Das  beste Beispiel hierfür ist die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere 2 Jahre.

Der Tierschutzverein Herford e. V. fordert schon seit Jahren gemeinsam mit seinen Dachverbänden eine grundlegende Reform des Tierschutzgesetzes. Vor der Bundestagswahl in 2017 wurden die im Bundestag vertretenen Parteien vom Deutschen Tierschutzbund schriftlich zum Tierschutz befragt. Die ausführlichen Antworten der Parteien kann man www.tierschutzbund.de/tierschutz-check einsehen. Mit Erstaunen wird man feststellen, dass es bisher für Tiere keine positiven Veränderungen gibt. Ganz offensichtlich ist die aus  CDU und SPD bestehende Bundesregierung nicht willens und fähig, die seit Jahrzehnten überfälligen Reformen des Tierschutzgesetzes und des Bundesjagdgesetzes auf den Weg zu bringen.

Neues aus dem Tierheim Bünde

Die Tiervermittlung „läuft“ sehr gut. So konnten im vergangenen Jahr für 216 Katzen, Kleintiere und Hunde neue gute Zuhause gefunden werden.

Bis zum 09. Februar 2019 wurden bereits 38 tierische Schützlinge vermittelt. Leider ist das Schicksal von zwei Tierheimbewohnern immer noch ungeklärt. Beide Tiere wurden von der Polizei sichergestellt und in die Obhut der Tierschützer gegeben.

Katzendame Lucy ist seit dem 15.09.2018 im Bünder Tierheim. Ihr Halter wurde zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen.

American Staffordshire Terrier Sammy  lebt seit dem 14.11.2018 im Tierheim, da sein Halter mit dem Verschwinden seiner Ehefrau in Verbindung gebracht wird und in Untersuchungshaft sitzt.

Beide Tiere sind bei uns gut versorgt, dürfen aber nicht vermittelt werden, da die Halter immer noch Eigentümer sind. Wie lange das Schicksal von Lucy und Sammy noch ungewiss ist, steht in den Sternen. Eine Klärung der Situation kann nur behördlicherseits erfolgen.

Wie kommen zwei Meerschweinchen in den Bustedter Wald? Am 09.02.2019 fand der Hund einer Spaziergängerin die beiden männlichen Nager beim Spaziergang. Das Langhaar-Meerschweinchen weist massive Bissverletzungen auf. Bei unkastrierten männlichen Tieren, die auf zu kleinem Raum gehalten werden, ist so etwas keine Seltenheit. Im Tierheim werden Tobi und Tommy nun artgemäß versorgt und medizinisch behandelt.

Die Tierschützer danken allen Spenderinnen und Spendern für die in 2018 gewährte Unterstützung sehr herzlich.

Es ist vorgesehen, die Spendenbescheinigungen für das Jahr 2018 bis Ende Februar 2019 fertig zu stellen. Falls jemand seine Zuwendungs-Bestätigung früher benötigt, bitten wir um eine kurze E-Mail an info@tierschutzverein-herford.de oder Anruf unter der Handy-Nr. 0170 – 1425 199. Für die Ausstellung der Spendenbescheinigungen fehlen uns noch etliche Anschriften. Wir bitten alle Spender und Spenderinnen zu prüfen, ob sie uns ihre aktuelle Anschrift mitgeteilt haben.

Für unsere vierbeinigen Sorgenkinder im Tierheim werden Paten gesucht, die durch Spenden helfen die Versorgung der Vierbeiner sicherzustellen. Entsprechende Vordrucke sind unter »Mithelfen« auf dieser Homepage.

Tierfreundinnen und Tierfreunde können die wichtige Arbeit der Tierschützer auch durch eine einmalige Spende unterstützen. Für entsprechende Überweisungen steht das Spendenkonto bei der Sparkasse Herford zur Verfügung:

Spendenkonto: Sparkasse Herford, IBAN: DE45 4945 0120 0000 0414 00.
(Bitte für die Ausstellung der Spendenbescheinigung immer Name und Anschrift im Feld „Verwendungszweck“ angeben).

Ein herzliches Dankeschön geht im Namen unserer Schützlinge an alle Spender.

Tierschutzverein Herford e.V.
Renate Siekkötter

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